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Carl Christian von Weizsäcker

Auch die Voraussagbarkeit ökonomischer Entwicklung unterliegt dem Tatbestand komplexer Systeme. Optimisten verkünden immer wieder, dass sie die Entwicklungen exakt beurteilen können. Die jüngsten Krisen verlangen einen sorgfältigeren Umgang mit solchen Versprechungen. Auch wenn hinreichend viele Daten vorhanden sind, tut man gut daran, zu misstrauen. Das Wirtschaftsgeschehen ist notwendig immer auf dem prekären Grat zwischen Stabilität und Instabilität: Wäre es stabil, würden die Menschen sich so verhalten, dass es nicht mehr stabil wäre. Wäre es massiv chaotisch oder instabil, würden sie sich so verhalten, dass es wieder stabiler wird. Es kann daher nie völlig voraussagbar oder völlig un-voraussagbar werden. Es ist immer in der Schwebe zwischen Voraussagbarkeit und ihrem Gegenteil.

Prof. Carl C. von Weizsäcker hat in Basel promoviert, bevor er als ordentlicher Professor in Heidelberg, MIT, Bielefeld, Bonn, Bern und Köln lehrte. Er war Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts, Köln und ist seit 2004 Senior Research Fellow am Bonner Max Planck Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern. Jüngst setzte sich Prof. von Weizsäcker mit den Krisen der Weltfinanz und Europa auseinander.

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Veranstaltungsdetails:

Datum: 24.11.2015

Uhrzeit: 20:00

Thema:

Komplexität und Einfachheit in der globalisierten Wirtschaftswelt